Am Walensee könnte die grösste Solaranlage der Schweiz entstehen. Umweltschützer haben Widerstand angekündigt. Die St. Galler Regierung will sich nicht hinter das Projekt stellen. Ihr fehle der Mut, findet der Ammler Kantonsrat Urs Roth.
Quinten/Amden. – Auf einer Fläche von elf Fussballfeldern könnte am rechten Ufer des Walensees das grösste Solarkraftwerk der Schweiz entstehen. Gebaut werden soll die gigantische Anlage beim Steinbruch Schnür, der letztes Jahr stillgelegt wurde. Statt einer kahlen Felswand würden Solarpanels auf einer Fläche von 80 000 Quadratmetern Strom für 1400 Haushalte produzieren. Der ehemalige Steinbruch liegt bei der Gemeinde Quinten; der Boden gehört Amden.
Umgehend Widerstand signalisiert
Als die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) das Projekt letztes Jahr vorstellten, signalisierten Umweltverbände umgehend ihren Widerstand an. Denn der ehemalige Steinbruch liegt in einem Landschaftsschutzgebiet von nationaler Bedeutung (BLN). Objekte mit dieser Bezeichnung sind auf nationaler Ebene geschützt und dürfen grundsätzlich nicht bebaut werden. Ausnahmen sind laut Gesetz nur möglich, wenn gleich- oder höherwertige Interessen von nationaler Bedeutung geltend gemacht werden können.
Urs Roth, CVP-Kantonsrat und Gemeindepräsident von Amden, hatte letztes Jahr die Regierung gebeten, zum Projekt Stellung zu nehmen. Roth ist Teil der Projektgruppe, die das Vorhaben begleitet. Roth wollte von der Regierung vor allem wissen, ob sie die «innovative» Solaranlage unterstützen werde.
Von Regierungsantwort nicht erfreut
Das Projekt könne massgebend zur Energiezukunft beitragen, ist der Ammler überzeugt. 37 Kantonsräte unterschrieben seine Interpellation. Von der kürzlich publizierten Regierungsantwort ist Roth nicht sonderlich erfreut. Kein Wunder: Das Schreiben beantwortet keine seiner Fragen. Stattdessen erklärt die Regierung auf zwei A4-Seiten, warum sie sich noch nicht hinter das Projekt stellen könne. (mal)
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